Tausende von Büchern in meinem Bücherschrank - aber manche lohnen sich, einfach noch einmal gelesen zu werden. Jeden Tag ein neuer Vorschlag für ungewöhnliche Lesestunden - Ein wildes Sammelsurium des geschriebenen Wortes.
Dieses mal ein politisches Sachbuch von 1960:

Elias Canetti: Masse und Macht

Meine Wertung: Wertung: 5 von 5 Sternen

Ein Buch über das Phänomen der (Menschen-)Masse. Sichtlich unter dem Eindruck der Massenauftritte im 3. Reich, in Italiens Faschismus und den sozialistischen Staaten der 50er und 60er geprägt, ist ein Werk entstanden, dass sich mit den seltsamen Phänomen des Verhaltens von Menschen in Massensituationen beschäftigt, und seine Verwendung in politischen Konstellationen hinterfragt.
Und natürlich verhalten wir uns heute, in unserer so aufgeklärten Zeit, in großen Menschenmassen immer noch anders, als wenn wir individuell und rational Dinge angehen. Das Gemeinschaftsgefühl, dass wir in einer großen Menschenmenge spüren können (Ein Länderspiel in der Fankurve im Stadion, ein Popkonzert, eine politische Veranstaltung, ein Demonstrationszug), erzeugt ein Eigenleben dieser "Masse", die je nach Ausgangssituation von der todesmutigen Demonstration gegen Regime bis zum begeisterten Lynchmob gegen Andersdenkende fühen kann.
Lehrreich und nachdenkenswert.
Der Beitrag wurde am Freitag, 22. April 2011 veröffentlicht und wurde unter dem Topic 100 Buecher abgelegt.
'100 Books ~ Tag 77: Elias Canetti - Masse und Macht'

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