Sonntag, 20. März 2022
100 Books More: #124 Carl von Clausewitz Vom Kriege
Erneut 100 Vorschläge für ungewöhnliche Lesestunden - Ein wildes Sammelsurium des geschriebenen Wortes.


Mein Ukraine-Spezial zum Thema Krieg und Frieden

Carl Von Clausewitz: Vom Kriege


Taschenbuch-Ausgabe: 912 Seiten
Verlag: Nikol, vollständige Edition
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 9,99 Euro

5 von 5 Sternen

Auch Clausewitz' Werk zum Thema Kriegskunst und Kriegsführung wird in der Politik gerne mit Misstrauen begegnet und als kriegsverherrlichend dargestellt.
Das ist völliger Unsinn. Clausewitz betrachtet den Krieg, seiner Zeit gemäß, als eine politische Option und erstellt ein geradezu wissenschaftliches Werk, dass alle Aspekte von den Voraussetzungen bis zur Taktik ausführlich untersucht. Dabei ist die ethische Frage des Krieges auch hier logischer Weise völlig zweitrangig.
Dabei ist es zeitgemäß nicht ganz so amoralisch (im wörtlichen Sinn) wie Machiavellis "Fürst".
Clausewitz wird gerne auch als Handlungsanweisung für Manager betrachtet, die im übertragenen Sinn Krieg mit Konkurrenten oder Kollegen führen.
Doch nur die wenigsten haben es wirklich gelesen (dafür ist es auch zu dick), und oftmals auch nur einen der gekürzten Auszüge.
Und meiner Ansicht nach eignet es sich auch nur bedingt als Karrierehandbuch - es ist wirklich ein Werk über Kriegskunst - es wird in den westlichen bei der militärischen Ausbildung gebührend berücksichtigt.
Vielleicht hätten einige der Ratschläge auch der russischen Armee zu mehr Erfolg verholfen - die ukrainschen Verteidiger machen nach Clausewitz auf jeden Fall vieles richtig.
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100 Books More: #123 Niccolo Machiavelli Der Fürst
Erneut 100 Vorschläge für ungewöhnliche Lesestunden - Ein wildes Sammelsurium des geschriebenen Wortes.
Mein Ukraine-Spezial zum Thema Krieg und Frieden


Niccolo Machiavelli: Der Fürst



Buch
Verlag: z.B. Nikol-Verlag oder Andere. Auch als freies eBook erhältlich
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: z.B. 4,95 Euro

5 von 5 Sternen

Mitten in den Wirren der venezianischen Republik, in ihren permanenten tödlichen Intrigen und Machtkämpfen der venezianischen Familien, schrieb 1513 Niccolo Macciavelli ein zeitloses Werk über den politischen Machtkampf - ein Handbuch, wie ein Fürst mit seinen Gegnern, Neidern, Freunden und der Umwelt umzugehen habe.
Entwickelt aus seinen Beobachtungen der tobenden Machtkämpfe ein sehr scharfsinniges Werk, dessen völliges Fehlen eines moralischen Ansatzes in der Wahl der Mittel es als Buch sogar auf den Index der katholischen Kirche brachte.
Denn Machiavelli erschließt sich seine Handlungsempfehlungen rein aus machtpolitischen Überlegungen und Nützlichkeitserwägungen. Nur daraus leitet er ab, wann politische Gegner eingekerkert werden sollten, wann man sie schnellstmöglich hinrichtet oder wann auch ein anonymer Giftmord der richtige Weg ist.
Auch die Lüge, falsche Versprechungen oder völlig aus der Luft gegriffene Ankündigungen ordnen sich nur dem Ziel, der Erhaltung und Ausweitung der Macht unter.
Und wer sich dabei an Putin erinnert, der liegt völlig richtig. Jedem Leser von "Der Fürst" versteht, dass der russische Präsident in der Wahl seiner Mittel nicht verrückt ist - sondern seinen Machiavelli gelesen hat.
Und weil man die Handlungsanweisungen sehr leicht in jede Situation eines Machtkampfes übertragen kann, ist es immer noch Mittel der Wahl für angehende Manager.
Ein Büchlein, dass in der Jugendorganisationen so mancher Partei im internen Machtkampf zur Pflichtlektüre gehört (ja, und auch ich habe es in meiner Jugendzeit mehr als einmal gelesen...)
Wer das Buch nicht kennt, wir vieles an den Handlungen von Wladimir Putin (und vergleichbaren Personen) nicht verstehen.
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100 Books More: #122 Sir John Hackett Der Dritte Weltkrieg
Erneut 100 Vorschläge für ungewöhnliche Lesestunden - Ein wildes Sammelsurium des geschriebenen Wortes.
Mein Ukraine-Spezial zum Thema Krieg und Frieden


Sir John Hackett - Der Dritte Weltkrieg - Hauptschauplatz Deutschland



Gebundene Ausgabe / Taschenbuch
372 Seiten
Verlag: Bertelsmann
Sprache: Deutsch
Antiquariat: ca 12,- Euro

5 von 5 Sternen

Ich erinnere mich, dass dieses Buch in den 80ern ebenfalls Empörung auslöste.
Eine NATO-General, der beschreibt, wie ein Angriff auf Deutschland durch den Warschauer Pakt aussehen würde. Man sprach von Kriegshetzerei, von unverantwortlichem Schreiben sowie blankem Militarismus.
Alles Unsinn.
Weniger gloreich wie Clancys "Im Sturm", recht spröde geschrieben, aber mit hohem Sach- und Fachwissen: Und deutlich weniger optimistisch, endet dieser Krieg nicht mit einem Sieg der Nato, sondern mit einem Waffenstillstand, nach Manchester von einer Nuklearwaffe ausradiert wurde, und ein einzelner Gegenschlag eine sowjetische Großstadt zerstört.
Und ob es in der Realität dabei geblieben wäre, darf zumindest hinterfragt werden.
Sehr beklemmend.
Hätte auch hier nie gedacht, dass so ein Szenario noch einmal aktuell so werden könnte.
Lesenswert.
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100 Books More: #121 Tom Clancy Im Sturm
Erneut 100 Vorschläge für ungewöhnliche Lesestunden - Ein wildes Sammelsurium des geschriebenen Wortes.
Mein Ukraine-Spezial zum Thema Krieg und Frieden


Tom Clancy: Im Sturm



Gebundene Ausgabe: 752 Seiten
Verlag: Heyne
Sprache: Deutsch
Taschenbuch: 12,- Euro

5 von 5 Sternen

Tom Clancy hat und hatte unter friedensbewegten Lesern keinen so guten Ruf. Seine Romane beschäftigen sich gerne mit Militär, Kriege und Waffen, und für viele gilt schon die Erwähnung des Namens empörend. Dabei sind viele seiner Bücher als Vorlage für großes Kino verwendet worden. Man denke beispielsweise an "Jagd auf Roter Oktober" mit Jean Connery.
Doch das ist ungerecht. Clancy ist auf jeden Fall ein profunder Kenner von Kriegstechnik, militärischer Taktik und Waffensystemen.
Im Sturm ist ein in den Achtzigern geschriebener Roman über einen Angriff der Sowjetunion auf die Nato, mit Schlachtfeld Deutschland in der Mitte. Spannend geschrieben, wird ein Epos eines verzweifelten Abwehrkrieges zu Land, auf und unter Wasser gegeben.
Vor dem Einsatz von Nuklearwaffen wird der Krieg mit einem Waffenstillstand beendet werden, das sowjetische Politbüro wird zu Fall gebracht. Also eine Art gutes Ende.
Hab's verschlungen, mein Buch ist ziemlich zerlesen.
Hätte nie gedacht, dass so ein Szenario noch einmal aktuell werden könnte.
Wirklich lesenswert und leider, leider sehr realistisch.
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